Malaria in Vietnam

Auch Wechselfieber oder Sumpffieber genannt

In Vietnam gehören zu den Gebieten, in denen ein Ansteckungsrisiko besteht, die Regionen, die unter 1500 Höhenmeternliegen. Ein gewisses Risiko besteht in einigen Provinzen im Westen: Quang Tri, Ninh Thuan, Khanh Hoah und Quang Namsowie in den südlichen Provinzen Binh Phuoc, Dak Nong, Kon Tum, Gia Lai und Dak Lak. Außerdem muss die Provinz Lai Chauim Nordwesten des Landes zu den Risikogebieten gezählt werden. Im Nordosten und äußersten Süden besteht kaum ein Risiko, sich mit Malaria anzustecken. Vollständig als frei von Malaria gelten die Großstädte, das Delta des Roten Flusses, Das Mekong Delta, und die Küstenregion im Norden von Nha Trang.  In den Gebieten, in denen in Ansteckungsrisiko besteht ist dieses das ganze Jahr über gegeben, unabhängig von den Jahreszeiten. Allerdings ist die Gefährdung im Norden zwischen April und Oktober wegen der Regenzeit etwas höher. In Vietnam sind etwa 60% der Malariaerkrankungen der Malaria tropica zuzurechnen. 

Vietnam Malaria Report.
Vietnam Malaria Report.

Der Erreger und die Inkubationszeit

Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch einen Parasiten hervorgerufen wird. Dieser wird ausschließlich durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen. Da diese speziellen Mücken nur in der Dämmerung und bei Dunkelheit aktiv sind, besteht ein Ansteckungsrisiko vornehmlich am Abend und bei Nacht. Malaria zählt zu den gefährlichsten Tropenkrankheiten der Welt und ihr fallen jährlich noch immer bis zu 500 Millionen Menschen zum Opfer. Es gibt jedoch fünf verschiedene Arten von Erregern und die Verläufe der einzelnen Arten von Malaria sind sehr unterschiedlich. Die Inkubationszeit ist je nach Erreger verschieden. Sie kann sich zwischen einer Woche und mehreren Monaten bewegen. Die Einnahme einer Malaria-Prophylaxe kann diese Inkubationszeit beeinflussen. 

Übertragung der Malaria

Der Malariaerreger wird von der Anopheles-Mücke übertragen. Diese ist in der Dämmerung und der Nacht aktiv und ihr Stich kann zu einer Erkrankung führen. Die Übertragung von einem Mensch zum anderen ist nur in Ausnahmefällen möglich, zum Beispiel wenn eine Bluttransfusion gemacht wird oder auch von einer Mutter auf ihr ungeborenes Kind. Über die Blutbahn breitet sich der Erreger im Körper aus, gelangt in die Nieren und befällt dort die roten Blutkörperchen, welche er schwächt und zerstört. Dadurch kommt die Krankheit zum Ausbruch

Moskito in Vietnam
Ein Malaria übertragender Moskito in Vietnam.

Verbreitung der Malaria

Malaria ist sehr weit verbreitet, allerdings fast ausschließlich in tropischen Gebieten. Es leben etwa 40% der Menschen in Gebieten, in denen Malaria vorkommen kann. Am stärksten verbreitet sind die Anopheles-Mücken und mit ihnen der Malariaerreger in den tropischen Regionen Afrikas. Risikogebiete gibt es aber auch in den tropischen Gebieten von Südamerika, Mittelamerika, Asien und Indien. In den meisten Großstädten dieser Welt ist es mittlerweile gelungen, die Malaria weitestgehend auszurotten. Dasselbe gilt auch für einige Touristenregionen. Trotzdem stecken sich jedes Jahr bis zu 500 Millionen Menschen an und für eine bis 1,5 Millionen Menschen endet die Krankheit noch immer tödlich

Krankheitsverlauf bei Malaria

Beim Krankheitsverlauf muss man zwischen den verschiedenen Malariaerregern unterscheiden. Die Malaria tropica ist die schwerste der Malariaerkrankungen. Der Erreger heißt Plasmodium falciparum und er befällt die roten Blutkörperchen und bringt diese zum Platzen. Das schwächt den Patienten und sorgt für eine rasante Vermehrung der Erreger im Blut. Die Befallenen entwickeln sehr schnell hohes Fieber, das meist schubartig kommt und wieder abklingt. Das Fieber kann sehr hoch werden. 41 Grad sind keine Seltenheit. Dazu kommen nach wenigen Tagen Herz-Rhythmusstörungen, Probleme mit der Atmung, Erbrechen und Durchfall, Kreislaufzusammenbrüche und schließlich die Störung der Nierenfunktion. Gehirn und andere Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Irgendwann erliegt der Patient der Krankheit, weil er keine intakten roten Blutkörperchen mehr hat, dehydriert und allgemein extrem geschwächt ist. Besteht der Verdacht auf eine Malaria tropica, muss umgehend eine Behandlung eingeleitet werden, denn mit jeder verstreichenden Stunde erhöht sich das Risiko, dass die Krankheit tödlich verläuft. Die Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen weniger heftig. Bei diesen beiden Formen werden weniger als 5% der roten Blutkörperchen von dem Erreger befallen. Die Erreger Plasmodium ovale und Plasmodium vivax (Malaria tertiana) sowie der Erreger Plasmodium malariae (Malaria quartana) rufen eine abgeschwächte Form der Malaria hervor, die die meisten Patienten überstehen. Bei der Malaria tertiana können Fieberanfälle von bis zu 40 Grad auftreten, die sich mit Schüttelfrost abwechseln und mit Schweißausbrüchen einhergehen. Dazu treten nicht zwingend Durchfall und Erbrechen auf. Oft ist zwischen den Fieberschüben ein 48-Stunden-Takt zu erkennen. Der Verlauf der Malaria quartana ist von den Symptomen her ähnlich. Meist sind die Intervalle von Fieberanfällen und Schüttelfrost bei dieser Form im 72-Stunden-Takt zu beobachten und sie dauern etwa vier Stunden lang an. 

Behandlung von Malaria

Bei allen Arten von Malaria ist es von essentieller Bedeutung, die Erkrankung schnell zu diagnostizieren. Sie kann mit Medikamenten behandelt werden. Auch bei einer Erkrankung mit Malaria tropica stehen die Heilungschancen sehr gut, wenn die Erkrankung innerhalb der ersten beiden Tage, am besten in den ersten Stunden nach dem Auftreten der typischen Symptome erkannt und richtig diagnostiziert wird. Während bei Malaria tropica kein Weg an einer stationären Behandlung auf einer Intensivstation vorbei führt, kann man Malaria tertiana und Malaria quartana in der Regel ambulant behandeln. Die zur Verfügung stehenden Medikamente heißen Malarone oder Atovaquon mit dem Bestandteil Proguanil oder für schwächere Verläufe Chloroquin. 

Malaria-Prophylaxe

Vor einigen Jahrzehnten nahmen Reisende während ihres Afrikaurlaubs Chinin ein, um sich vor einer Malaria-Ansteckung zu schützen. Bald wurden die Erreger jedoch dagegen resistent und das Chinin half nicht mehr. Bis vor kurzem gab es dann die Möglichkeit, eine Chemoprophylaxe einzunehmen, die zwar nicht die Erreger angreift, die aber die Symptome so lange unterdrücken kann, bis die Malaria-Erreger schließlich absterben. Es gibt unterschiedliche Produkte wie zum Beispiel Lariam, das man einmal wöchentlich einnimmt, das jedoch bei vielen Menschen starke Nebenwirkungen hat und Malarone, das man einmal täglich einnehmen muss und das deutlich besser verträglich (aber auch entsprechend teurer ist). Neuerdings sind die Mediziner sich nicht mehr einig, ob sie zu der Chemoprophylaxe raten sollen oder einfach nur dazu, ein Stand-By Medikament dabei zu haben für den Fall einer Ansteckung. Diese Unsicherheit kommt daher, dass viele Erreger auch gegen die neueren Medikamente eine Resistenz entwickelt haben. Wer jedoch in ein Gebiet mit extremem Ansteckungsrisiko reist, wie zum Beispiel Zentralafrika, dem ist die Prophylaxe noch immer empfohlen. Für Vietnam gilt dies nicht unbedingt. 

Risikominimierung

Wer nach Vietnam reist und dabei in die oben aufgeführten Risikogebiete fährt, der kann mit seinem Arzt darüber sprechen, ob es sinnvoll ist, eine Prophylaxe einzunehmen. Ein Stand-By Medikament für den Notfall wird Reisenden in alle anderen Regionen von Vietnam empfohlen. Wer nur im Nordosten oder ganz im Süden Vietnams unterwegs ist, der braucht keine Medikamente gegen Malaria mit sich zu führen. Generell ist jedoch der Schutz gegen Moskitos in Form von Insektenrepellent, langer Kleidung (vor allem in der Abenddämmerung) und Moskitonetzen für die Nacht ratsam, denn schließlich gibt es nicht nur die Anopheles-Mücke, sondern auch andere Moskitos, die möglicherweise andere Krankheiten übertragen können. Auch eine Behandlung der Kleider mit Permethrin kann sehr guten Schutz bieten.

Zur Übersicht: Vietnam Impfungen

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Vietnam Karte
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