Expositionsprophylaxe

Zuverlässiger Mückenschutz auf Reisen durch Vietnam

Vietnam ist ein Küstenstaat in Südostasien, der sich über eine Länge von rund 1.650 Kilometer

von Norden nach Süden erstreckt und an Laos, Kambodscha, China, an den Golf von Thailand und an das Südchinesische Meer angrenzt. Das gemäßigte Tropenklima im Norden und tropische Temperaturen im Süden Vietnams sind hervorragende Lebensbedingungen für Stechmücken, die Überträger von verschiedenen Virenerkrankungen sind. Ausreichender Schutz ist unerlässlicher. Welche Vorsichtsmaßnahmen Sie eigenverantwortlich ergreifen können - informieren Sie sich!

Expositionsprophylaxe: Alles zum Thema Mückenschutz im Vietnam Urlaub.
Expositionsprophylaxe: Alles zum Thema Mückenschutz im Vietnam Urlaub.

Durch Stechmücken verursachte Viruserkrankungen in Vietnam: Dengue Fieber, Malaria und japanische Enzephalitis

Dengue Fieber, Malaria und die japanische Enzephalitis sind die Viruserkrankungen in Vietnam, die durch Stechmücken übertragen werden und vor denen Sie sich als Vietnam-Reisender schützen sollten. Das Dengue Fieber hat vor allem in städtischen Regionen in Vietnam deutlich zugenommen. Das gilt für alle vier Dengue-Subtypen während und nach den Regenzeiten, wobei die Häufigkeit von Norden in Richtung des Mekong Deltas zunimmt. Das Dengue Fieber wird von der tagaktiven weiblichen Aedes-Mücke übertragen. Weder eine Impfung noch eine Chemoprophylaxe durch die prophylaktische Gabe eines Antiinfektivums sind möglich, sodass in Eigenverantwortung durchgeführte konsequente Barrieremaßnahmen die einzig mögliche Schutzmaßnahme sind.

 

Bei der überwiegenden Zahl der Malaria-Erkrankungen in Vietnam handelt es sich um die gefährlichere Form Plasmodium falciparum. Malaria wird von der nachtaktiven Anopheles-Mücke übertragen und tritt in Vietnam, abhängig von der jeweiligen Region, ganzjährig auf. Ein

 mittleres Risiko besteht vor allem im zentralen Hochland unterhalb von 1.500 Höhenmetern südlich des 18. Breitengrades, das in der Regenzeit höher als in der Trockenzeit ist. Betroffen sind vor allem die Provinzen Binh Phuoc, Kon Tum, Dak Lak, Gia Lai und Dak Nong sowie das Hinterland der Küstenregionen von Quang Nam, Khanh Hoa, Quang Tri, und von Ninh Thuan. Weniger ausgeprägt ist das Risiko, an Malaria zu erkranken, im gesamten Süden im Bereich des Mekong-Deltas. Ein sehr geringes Risiko besteht im Norden und in den Küstenregionen. Als malariafrei gelten Stadtgebiete einschließlich Ho-Chi-Minh-Stadt sowie der Großraum Hanoi bis zur Halong-Bucht. Neben der Chemoprophylaxe und einer Selbsttherapie im Notfall liegen alle weiteren Schutzmaßnahmen vor Malaria in Händen des Vietnam-Reisenden.

 

Neben Malaria und dem Dengue Fieber tritt auch die japanische Enzephalitis in Vietnam auf. Übertragen wird sie durch Mücken der Gattung Culex. Zu Erkrankungen kann es im Süden Vietnams während der Regenzeit und in der frühen Trockenzeit kommen, während die japanische Enzephalitis im Norden im Spätsommer und im Herbst auftreten kann. Neben einer Impfung kommt es auch bei der japanischen Enzephalitis entscheidend auf die Eigenverantwortung des Vietnam-Reisenden und die Umsetzung wirksamer Prophylaxe-Maßnahmen an.

Expositionsprophylaxe in Vietnam: Vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken

Oberste Priorität bei Ihrer Reise nach Vietnam sollte der Mückenschutz haben. Er ist entscheidend, wenn es darum geht, durch Mücken übertragene Infektionskrankheiten zu verhindern. Richtig angewandt und in Kombination reduzieren die nachfolgenden Maßnahmen die Übertragungswahrscheinlichkeit um über 90 Prozent. Dazu gehören Insektenabwehrmittel, Insektenvertilgungsmittel, Biozidverdampfer und Räucherspiralen, die Verwendung und Imprägnierung von Moskitonetzen sowie eine angepasste Kleidung.

1. Insektenabwehrmittel zum Aufbringen auf die Haut

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Mitteln auf dem Markt. Weltweit am besten bewährt haben sich die Wirkstoffe DEET (Diethyltoluamid) und Icaridin. Das sind die beiden Substanzen, deren verlässliche Wirkung gegen Stechmücken wissenschaftlich nachgewiesen ist. Lange Zeit stand der Wirkstoff DEET aufgrund seiner zuverlässigen Wirksamkeit an der Spitze. Einziger Nachteil von DEET ist, dass die Substanz Kunststoffe angreift, sodass Sie einen Kontakt mit Plastikteilen vermeiden sollten. Die Schutzdauer ist abhängig von der Konzentration. Das von Ihnen gewählte Insektenabwehrmittel sollte eine Konzentration von mindestens 20 Prozent aufweisen. Eine geringe Konzentration des Wirkstoffs DEET erzielt nicht die gewünschte Wirkung, was gleichermaßen für eine Konzentration von über 50 Prozent gilt. Bei einer Konzentration von 20 Prozent beträgt die Wirkungsdauer ein bis drei Stunden. Bei 30 Prozent erhöht sich die Wirksamkeit auf sechs Stunden und bei 50 Prozent auf bis zu zwölf Stunden. Bei einer hohen Konzentration und längeren Nutzung kann es zu Hautreizungen, zu Veränderungen der Leberwerte und zu Störungen des Nervensystems kommen.

 

Ein neuerer Wirkstoff ist Icaridin, der eine mit DEET vergleichbare Wirkung hat. Im Gegensatz zu DEEt ist Icaridin kunststoffverträglich. Niedrigere Konzentrationen als 20 Prozent sind nicht empfehlenswert. Neben diesen synthetischen Wirkstoffen gibt es verschiedene ätherische Naturöle. Eine nachgewiesene repellente Wirkung hat der in Lemon Eucalyptus Oil vorkommende Stoff PMD. Wirkungslos sind dagegen Zitronella-Kerzen, Knoblauchkonsum und die Einnahme von Vitamin B6.

 

Insektenabwehrmittel werden dünn auf die freien Körperstellen aufgetragen, wobei Sie die Knöchelregion und den Nacken nicht vergessen sowie Wunden und Ekzeme aussparen sollten. Alle zwei bis vier Stunden muss aufgefrischt werden. Anderes gilt, wenn Sie stark schwitzen. Dann sollten Sie die Intervalle deutlich verkürzen. Sofern Sie gleichzeitig Sonnenschutzmittel verwenden, sollten Sie zuerst das Sonnenschutzmittel auftragen und anschließend das Repellent.

2. Die Verwendung von Insektiziden als Insektenvertilgungsmittel

Eine schnelle, sogenannte Knock-down Wirkung haben Permethrin und andere synthetische Pyrethroide. Sie bewirken, dass Stechmücken sterben, sobald sie mit einem Insektenvertilgungsmittel in Kontakt kommen. Pyrethroide können innerhalb weniger Stunden in der Natur abgebaut werden und weisen für den Menschen die niedrigste Toxizität auf. Sie sind deshalb in Raumsprays und in Moskito-Räucherspirale enthalten und können bedenkenlos für die Imprägnierung von Moskitonetzen und Kleidungsstücken verwendet werden. Sprühaktionen sollten mit Einbruch der Dämmerung stattfinden. Bevorzugte Rastplätze von Stechmücken sind unter dem Bett, in Vorhängen, unter Tischen und Stühlen sowie hinter Schränken. Vergessen Sie das Badezimmer sowie angrenzende Räume nicht, und halten Sie die Fenster während des Sprühvorgangs geschlossen. Danach sollten Sie den Raum für einige Zeit verlassen.

3. Biozidverdampfer und Räucherspiralen

Elektrische Biozidverdampfer arbeiten ebenfalls mit einem Insektizid. Der Wirkstoff wird durch die Stromzufuhr freigesetzt und verteilt sich langsam im Raum. Allerdings sollten Biozidverdampfer nur bei einer hohen Belastung von Stechmücken eingesetzt werden, wobei die Wirkung ungefähr nach einer Stunde nach dem Einschalten einsetzt. Bei empfindlichen Personen kann es zu Reizungen der Augen, der Luftwege und der Haut kommen. Deshalb ist es sinnvoll, Biozidverdampfer nur dann zu verwenden, wenn sich niemand im Raum aufhält. Anderes gilt für Verdampfer von ätherischen Ölen. Sie rufen zwar keine Reizungen hervor, zeigen jedoch nicht die gewünschte Wirkung. Insektizidhaltige Räuchermittel haben das gleiche gesundheitliche Risiko wie Bioziddampfer, weshalb sie nur im Freien verwendet werden sollten. Sie haben außerdem keinen so hohen Wirkungsgrad wie Biozidverdampfer. Im Freien können sie unter dem Tisch, vor Türen und vor Fenstern sowie windabgewandt um Personengruppen platziert werden. Dazu gibt es spezielle Halterungen oder Hängevorrichtungen, in denen die Räucherspiralen stabilisiert und geschützt abbrennen können.

 

Nur wenig oder überhaupt nicht geeignet sind UV-Lichtfallen sowie Ultraschallgeräte. UV-Lichtfallen sind deshalb kaum geeignet, weil sich Stechmücken nicht von UV-Licht anlocken lassen. Tatsächlich verhält es sich eher umgekehrt. UV-Licht beinhaltet die biologische Information, dass das Flugfeld frei ist. So kann es passieren, dass sich die Zahl Mücken in UV-Licht sogar erhöhen kann. Darüber hinaus werden durch UV-Licht auch andere, nützliche Insektenarten angelockt, die dem Licht zum Opfer fallen können. Ebenso sinnlos beziehungsweise wirkungslos sind Ultraschallgeräte. Die Simulation der Flugfrequenz unterscheidet sich je nach Insektenart, sodass sich unter der Voraussetzung, dass dieses Prinzip funktionieren würde, mit einem Ultraschallgerät immer nur eine Mückenart fernhalten lässt.

4. Moskitonetze als Schutz vor Stechmücken

Moskitonetze sind ein zuverlässiger Schutz, wenn sie richtig verwendet werden. Sie sind auch dann sinnvoll, wenn Moskitogitter am Fenster angebracht sind. Je kleiner die Maschendichte ist, umso wirksamer sind sie. Allerdings leidet bei einer hohen Maschendichte der Schlafkomfort in tropisch-heißen Klimazonen. Moskitonetze gibt es in unterschiedlichen Varianten, beispielsweise als Kastennetz, Hängemattennetz, als Pyramidennetz und als Baldachinnetz, wobei die Wahl abhängig ist vom jeweiligen Verwendungszweck. Es ist empfehlenswert, ein eigenes Moskitonetz auf die Vietnam-Reise mitzunehmen. Ansonsten sollten Sie ein bereits vorhandenes Moskitonetz sorgfältig auf mögliche Löcher untersuchen. Es gibt übrigens auch selbsttragende, wie Zelte aufzubauende Netze. Diese selbsttragende Kuppelzeltkonstruktion, die zuverlässig Mücken abhält, kann auf jedem Hotelbett aufgestellt werden und ist mit einem Fieberglasgestänge und einem Reißverschluss versehen.

 

Insektennetze sind nur dann ein sicheres Mittel zur Prävention von Stechmücken, wenn sie korrekt angewendet werden. Sie müssen so angebracht sein, dass sie nicht mit ungeschützten Körperteilen in Berührung kommen, da die Stechmücken sonst mühelos hindurch stechen. Das Netz muss entweder gut auf dem Boden aufliegen oder unter die Matratze geschlagen werden, sodass ein lückenloser Rundumschutz besteht. Auch tagsüber sollte das Netz dicht gehalten oder eingewickelt werden.

5. Die Imprägnierung von Moskitonetzen

Die Effektivität eines Moskitonetzes können Sie dadurch steigern, dass Sie es mit eineminsektenabtötenden Kontaktmittel imprägnieren. Sobald sich die Mücke auf dem imprägnierten Netz niederlässt, stirbt sie. In Deutschland erhalten Sie diese Imprägniermittel bei

Expeditionsausrüstern, wobei die Imprägnierung rund sechs Monate anhält. Dann muss sie wiederholt werden. Außerdem gibt es bereits vorimprägnierte Netze. Sie sind in Deutschland bei Outdoor-Ausrüstern oder vor Ort in Vietnam erhältlich. Inzwischen werden auch dauerimprägnierte Moskitonetze angeboten. Mit Imprägniermitteln können auch Insektengitter an den Fenstern, Vorhänge und Zelte zuverlässig vor Stechmücken geschützt werden.

Langärmelige Hemden und lange Hosen sind bei Aufenthalten im freien als Schutz vor Moskitostichen zu empfehlen.
Langärmelige Hemden und lange Hosen sind bei Aufenthalten im freien als Schutz vor Moskitostichen zu empfehlen.

6. Angepasste Kleidung als Präventionsmaßnahme

Ebenso wichtig wie die bereits genannten Vorsorgemaßnahmen ist eine angepasste Kleidung. Wirkungsvoll sind langärmelige Oberbekleidung sowie lange Hosen und Socken. Ideal sind helle Stoffe aus Baumwolle und Leinen. In Malariagebieten in Vietnam reicht diese Kleidung nach Sonnenuntergang aus. Anderes gilt für Gebiete, in denen eine Infektionsgefahr wegen des Dengue Fiebers besteht. Hier sollten Sie die schützende Kleidung auch tagsüber tragen. Meiden Sie außerdem die Nähe von stehenden Gewässern, von offenen Wasserstellen oder von Gräben, da Stechmücken diese bevorzugt als Brutstätten nutzen. Die Stechmücken werden auch von den Ausdünstungen der Füße angelockt. Deshalb zahlt sich eine entsprechende Hygiene aus, wodurch die Füße an Attraktivität für die Mücken verlieren.

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