Die Japanische Enzephalitis in Vietnam

Die Virusinfektion in Vietnam verbreitet und kann eine Entzündung des Gehirns auslösen.

Die japanische Enzephalitis (JE) ist eine Virusinfektion des Gehirns, die durch die nachtaktive Culexmücke auf den Menschen übertragen wird. Die Culexmücke wird auch Reisfeldmücke genannt und kommt vor allem in wasser- und sumpfreichen Regionen, in ländlichen Gebieten und in Gegenden mit Reisanbau vor. Sie ist in weiten Teilen Asiens verbreitet und auch in Vietnam. Was Sie tun können, um sich auf Ihrer Vietnamreise wirksam zu schützen - informieren Sie sich hier!

Die Japanische Enzephalitis wird  durch Stechmücken des Typs: Culex tritaeniorhynchus   übertragen.
Die Japanische Enzephalitis wird durch Culex Tritaeniorhynchus Stechmücken übertragen.

Das Risiko, an japanischer Enzephalitis zu erkranken

Am häufigsten tritt die japanische Enzephalitis in Indien und China auf, wobei auch in Vietnam in

den vergangenen Jahren immer wieder epidemische Ausbrüche vorkamen. Da im Erkrankungsfall eine exakte Diagnose aufgrund einer aufwändigen Labordiagnostik nur schwer möglich ist, ist die Dunkelziffer der tatsächlichen Erkrankungen sehr hoch. Erschwerend kommt hinzu, dass die japanische Enzephalitis epidemieartig ausbrechen kann und diese Ausbrüche nicht vorhersehbar oder kalkulierbar sind, da sie keinerlei typische Vorzeichen aufweisen. Es sind vor allem die ländlichen Gebiete, in denen Erkrankungen möglich sind. Die meisten interessanten Sehenswürdigkeiten befinden sich nicht in den großen Städten, sondern im ländlichen Raum. Auch in Vietnam fehlen klassische touristische Infrastrukturen, sodass einfachere Reisebedingungen zu erwarten sind und eine reale Gefahr besteht, an japanischer Enzephalitis zu erkranken. Es ist allerdings extrem schwer, das persönliche Risiko

des einzelnen Reisenden zu berechnen, an japanischer Enzephalitis zu erkranken. Die Gefahr ist auch abhängig vom Reisestil und vom persönlichen Verhalten. Rucksacktourismus und ausgedehnte Rundreisen in ländlichen Gebieten erhöhen die Gefahr. Das gilt auch für die Dauer des Aufenthalts. Je länger Sie sich in einem Risikogebiet aufhalten, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, mit Stechmücken in Kontakt zu kommen.

Die geographischen und klimatischen Bedingungen in Vietnam

Vietnam hat flächenmäßig in etwa dieselbe Größe wie Deutschland. Die weiten Ebenen der beiden Flussdeltas des Roten Flusses und des Mekongs, die langen Gebirgszüge und Hochebenen des Hinterlands sowie die gesamte östliche Festlandküste bestimmen das geographische Bild Vietnams. Die Flussdeltas im Norden und Süden sind fruchtbare Regionen, in denen auch Reis angebaut wird und die zu den bevorzugten Orten der Culexmücke gehören. Ansonsten besteht Vietnam zu drei Vierteln aus Hochebenen und Bergen. Zwischen Nord- und Südvietnam gibt es deutliche Klimaunterschiede. Während der Norden ein gemäßigtes tropisches Wechselklima aufweist, ist der Süden tropisch. Das bedeutet, dass es im Norden von November bis April eine kühle Jahreszeit und von Mai bis Oktober eine heiße Jahreszeit gibt. Ganz anders ist es im Süden, wo es während des gesamten Jahres warm bis sehr heiß ist. Heiß ist es vor allem von Februar bis Mai, etwas kühler ist es von November bis Januar, und die Regenzeit liegt zwischen Mai und Oktober. Das ist dann auch die Zeit des Jahres, in der die Culexmücke aufgrund der schwül-feuchten Luft häufiger auftritt. Sehr gering ist eine Infektionsgefahr mit der japanischen Enzephalitis in den Städten, zu denen die Hauptstadt Hanoi als größte Stadt Vietnams ebenso gehört wie Ho-Chi-Minh-Stadt, das frühere Saigon, und die Hafenstädte Hai Phong, Nha Trang und Da Nang, um die wichtigsten zu nennen.

Die japanische Enzephalitis: Infektionsquelle, Überträger und Krankheitsbild

Die japanische Enzephalitis ist eine Viruserkrankung, deren Infektionsquelle Schweine und wild lebend Vögel, oftmals Wasservögel, und manchmal auch Pferde sind. Auf Menschen übertragen wird sie durch den Stich der Culexmücke, wobei die Inkubationszeit zwischen sechs und sechzehn Tagen beträgt. Sie löst eine Meningoencephalitis aus, also eine Entzündung des Gehirns und der Gehirnhaut, was für Betroffene sehr unangenehm werden kann. Die ersten zwei bis drei Tage verlaufen vergleichsweise harmlos mit uncharakteristischen und grippeähnlichen Allgemeinsymptomen. Danach kann der Verlauf dramatischer werden. Es kann zu einer hohen Lichtempfindlichkeit kommen, zu einer zunehmenden Nackensteife und zu Erbrechen bis zu beträchtlichen Störungen der Bewusstseinslage. Schlimmstenfalls treten Krämpfe und Lähmungen auf und manchmal sogar Bewusstlosigkeit. In 25 Prozent der Fälle ist der Verlauf tödlich. Das trifft vor allem auf Menschen mit einem höheren Lebensalter zu. Wer die Krankheit überlebt, muss mit Spätfolgen rechnen. Da es sich um eine Erkrankung des Gehirns handelt, muss ein hoher Prozentsatz von 50 bis 85 Prozent der Erkrankten mit neurologischen und psychiatrischen Dauerschäden und Ausfallerscheinungen rechnen. Im günstigsten Fall läuft die japanische Enzephalitis ähnlich einem grippalen Infekt ab mit Durchfall und einer Infektion der Atemwege als Begleiterscheinungen, sodass die eigentliche Erkrankung unbemerkt bleibt

Diagnose und Behandlung der japanischen Enzephalitis

Treten Symptome einer Gehirnentzündung auf, ist der zeitnahe Aufenthalt in Vietnam ein möglicher Hinweis auf eine japanische Enzephalitis. Um sie von anderen Infektionen des Gehirns abzugrenzen, helfen bestimmte Blutuntersuchungen. Häufig gelingt eine Diagnose auch durch den Nachweis spezifischer Antikörper im Blut, die ein Indiz für die Viruserkrankung sind. Verschiedene bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) geben Hinweise auf Schwellungen und entzündungsbedingte Veränderungen des Gehirns. Auch eine Elektroenzephalografie (EEG) kann wichtige Hinweise und Erkenntnisse liefern. Eine Abgrenzung zu anderen, durch Viren und Bakterien verursachte Gehirnentzündungen ist deshalb wichtig, weil davon eine zeitnahe und gezielte Behandlung abhängig ist.

 

Eine spezifische Therapie gibt es für die japanische Enzephalitis nicht. Sofern es sich um eine milde Hirnhautentzündung handelt, werden entzündungshemmende Medikamente zur Linderung der Schmerzen und der Symptome verabreicht. Ist das Gehirn beteiligt, ist eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich, um den Verlauf und die Symptome zu überwachen. Ziel ist, die Folgen für das Gehirn so weit wie möglich zu reduzieren. Dazu wird die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen sichergestellt und der Druck im Gehirn gesenkt.

Vorbeugende Maßnahmen gegen die japanische Enzephalitis in Vietnam

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die geeignet sind, einer japanischen Enzephalitis vorzubeugen: Eine Impfung sowie vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor Mückenstichen

 

Die vorbeugende Impfung gegen die japanische Enzephalitis ist für eine Vietnamreise empfehlenswert, wenn Sie mehrere Tage und Nächte in ländlichen Regionen verbringen unabhängig von der Reisedauer. Das gilt insbesondere für Monate mit einer hohen Übertragungsrate und wenn Sie sich vermehrt im Freien aufhalten. Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) empfiehlt vor allem bestimmten, mit Risikofaktoren behafteten Personengruppen eine Impfung während der Hauptübertragungszeit. Dazu gehören unter anderem Menschen, die über 50 Jahre alt sind, die an einer chronischen Nierenerkrankung, an Diabetes mellitus oder an einer Immundefizienz leiden.

 

Bei der Impfung wird ein Totimpfstoff verwendet, der in zwei Impfungen im Abstand von 28 Tagen injiziert wird. Ein sicherer Impfschutz besteht erst nach der zweiten Teilimpfung, wobei die Erfolgsquote bei rund 96 Prozent liegt. Auch Kinder können geimpft werden, wobei eine entsprechende Kinderdosierung intramuskulär verabreicht wird. Eine Wiederimpfung wird nach der zweiten Impfdosis innerhalb von 12 bis 24 Monaten empfohlen, wenn eine erneute Einreise in ein Risikogebiet erfolgt. Mögliche Nebenwirkungen sind abhängig vom verwendeten Impfstoff, über die Sie sich vor jeder Impfung beim Arzt informieren sollten.

 

Bei Allergien gegen Impfbestandteile sowie bei akuten und chronischen Erkrankungen darf nicht geimpft werden. Die für die japanische Enzephalitis verwendeten Impfstoffe sind nicht für den Einsatz während einer Schwangerschaft zugelassen. Es ist problemlos möglich, diese Impfung mit allen anderen erforderlichen Impfungen ohne zeitlichen Abstand durchzuführen

Mückenspray lässt sich schnell auftragen und ist ein effektiver Mückenschutz.
Mückenspray lässt sich schnell auftragen und ist ein effektiver Mückenschutz.

Maßnahmen zur Risikominierung

Maßnahmen, die das Risiko reduzieren, von Insekten gestochen zu werden, werden als Expositionsprophylaxe bezeichnet. Eine dieser Vorbeugungsmaßnahmen ist, dass Sie insbesondere in ländlichen Regionen und in den Abendstunden Hosen, Socken und längärmelige Oberbekleidung tragen. Imprägnieren Sie Ihre Kleidung mit einem Insektenschutzmittel, gegebenenfalls auch das Moskitonetz, das lückenlos über Ihrer Schlafgelegenheit angebracht sein sollte. Meiden Sie geflutete Reisfelder oder halten sie sich nur solange dort auf, wie es nötig ist. Verwenden Sie mückenabwehrende Substanzen, sogenannte Repellentien, mit denen Sie die freiliegenden Hautpartien mehrmals täglich behandeln. Halten Sie sich in klimatisierten Räumen auf, da Stechmücken

feuchtwarme Rahmenbedingungen bevorzugen. Setzen Sie diese Maßnahmen konsequent um, denn nur so vermeiden Sie den gefürchteten Mückenstich.

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