Dengue-Fieber - eine Gefahr für Vietnam-Reisende

Alles zum Dengue-Fieber und Schutzmaßnahmen für den Vietnam Urlaub

Das Dengue Fieber tritt weltweit in tropischen und subtropischen Gebieten auf, davon rund 75 Prozent allein in Südostasien. Das sollte auch Vietnam-Reisende aufhorchen lassen, denn es besteht ein hohes Risiko. Mittlerweile streitet sich das Dengue Fieber mit Malaria um den ersten Platz der sich am schnellsten verbreitenden Viruserkrankungen. Wie Dengue Fieber übertragen wird, welche Symptome es aufweist, wie die Krankheit verläuft und welche schützenden Vorsorgemaßnahmen Sie ergreifen können - informieren Sie sich hier.

Dengue-Fieber in Vietnam: Es bestehet ein akutes Risiko und die Krankheit sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
Dengue-Fieber in Vietnam: Es bestehet ein akutes Risiko und die Krankheit sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Dengue Fieber: Der Erreger, die Übertragung und die Inkubationszeit

Das Dengue Fieber ist eine Viruserkrankung, die von der Aedes-Mücke übertragen wird, während eine Ansteckung von Mensch zu Mensch nicht möglich ist. Das Dengue-Fieber-Virus befällt nur Menschen und einige Affenarten. Es ist mit dem Gelbfiebervirus, mit dem FSME-Virus, dem Virus der Japanischen Enzephalitis und mit dem West-Nile-Virus verwandt, die alle zur Familie der Flaviviren gehören. Es gibt vier verschiedene Stämme, die das Dengue Fieber auslösen, die in DENV 1-4 unterteilt werden. Aufgrund der vier Stämme ist es möglich, im Laufe eines Lebens vier Mal an Dengue Fieber zu erkranken, allerdings nur einmal pro Typus, denn danach tritt eine Immunisierung ein.

 

Eine zweite Infektion verläuft mit einem anderen Dengue-Virus meistens schwerer und ist mit Komplikationen vermuten. Eine eindeutige wissenschaftliche Erklärung gibt es dafür nicht. Es wird vermutet, dass eine Überreaktion des Immunsystems verantwortlich ist. Diese äußerst schweren Formen des Dengue Fiebers heißen Dengue-hämorrhagisches Fieber und und Dengue-Schock-Syndrom. Dabei steigt das Fieber rasant. Es kann zu krampfartigen Schmerzen in der Magengegend kommen, die mit starkem Erbrechen einhergehen. In besonders schweren Fällen treten Blutungen der inneren Organe auf, was zu Gefäßschäden und Organversagen und schließlich zum sogenannten Dengue-Schock-Syndrom führen kann, das vielfach tödlich verläuft.

 

Übertragen wird der Virus durch den Stich der weiblichen Ades-Mücke. Dabei saugt sie das Blut

einer bereits infizierten Person auf, um es bei einem nächsten Opfer zusammen mit ihrem Speichel zu injizieren. Eine andere Möglichkeit der Übertragung ist die über die Nachfahren. Die Aedes-Mücke überträgt den Virus auf ihre Larven, wobei die weiblichen Tiere die Virusinfektion weiter streuen. Abhängig von der gesundheitlichen Verfassung des Infizierten kann die Inkubationszeit zwischen drei und vierzehn Tagen betragen, wobei es regelmäßig sieben bis zehn Tage sind.

Verbreitung des Dengue-Fiebers

In Lateinamerika, in Teilen Afrikas und des Westpazifiks und insbesondere in Südostasien erkranken viele Menschen am Dengue Fieber. Das gilt auch für große Städte, in denen sich der Virus leicht ausbreiten kann. Heute hat es der Dengue-Virus geschafft, sich auch in Regionen auszubreiten, in denen er ursprünglich nicht vorkam, zum Beispiel in Europa. Im Jahr 2012 kam es auf Madeira, einer portugiesischen Insel vor der Küste 


Afrikas, zu einem Ausbruch des Dengue Fiebers. Grundsätzlich braucht die Aedes-Mücke zum Überwintern Mindesttemperaturen von 10 Grad Celsius. Aufgrund vermehrter Reiseaktivitäten sind auch in Deutschland die Zahlen gestiegen, wobei der Virus dann aus einem Infektionsland eingeschleppt wurde. Dengue Fieber gehört in Deutschland zu den meldepflichtigen Erkrankungen, sodass der behandelnde Arzt verpflichtet ist, die Infektionskrankheit dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Grund ist, durch die Meldung einen größeren Ausbruch zu verhindern und zeitnah Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Symptome und Krankheitsverlauf

Die Symptome sind sehr unspezifisch. Viele Patienten berichten über grippeähnliche Symptome wie Gelenk- und Gliederschmerzen sowie Kopfschmerzen. Andere bekommen einen rötelähnlichen Hautausschlag, der mit Juckreiz am ganzen Körper verbunden ist. Andere wiederum, vor allem Kinder, zeigen keinerlei Symptome. Die Beschwerden dauern meistens eine Woche, wobei sich auftretende Übelkeit und Appetitlosigkeit über mehrere Wochen hinziehen können. In der überwiegenden Zahl der Fälle verläuft das Dengue Fieber ohne weitere Folgen.

 

Bei einem zweiten Krankheitsschub kann es zu einem komplizierteren Verlauf kommen. Das gilt für das Dengue-hämorrhagische Fieber, bei dem es zu Blutungskomplikationen kommen kann. Während der Infektion kann die Anzahl der Blutplättchen stark abnehmen, die dafür zuständig sind, das Blut in den Blutgefäßen zu halten. Bei einem Absinken kommt es zu inneren und äußeren Blutungen, sodass Lebensgefahr besteht. Der zweite komplizierte Verlauf des Dengue Fiebers ist das Dengue-Schock-Syndrom, bei dem es zu einer Entgleisung des Blutdrucks kommen kann. Die Herzfrequenz steigt stark an, da das Herz fortlaufend versucht, den Blutfluss im Körper aufrechtzuerhalten. Das ist jedoch nicht möglich, sodass lebenswichtige Organe wie die Niere und das Gehirn nicht mehr ausreichend versorgt werden. Warnzeichen für Komplikationen sind ein plötzlicher Abfall der Körpertemperatur auf unter 36 Grad Celsius, Bauchschmerzen, wiederholtes Erbrechen, plötzlich auftretende Blutungen, ein schneller Puls sowie Verwirrtheit, Unruhe und Benommenheit. Die genannten Symptome treffen den Erkrankten unerwartet, da er sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Weg der Besserung befindet. Dann kommt es auf eine zeitnahe intensivmedizinische Behandlung an, um das Sterberisiko zu senken.

Diagnostik und Therapie

Treten grippeähnliche Symptome auf, muss der Arzt wissen, dass der Patient in einem Land war, in dem das Dengue Fieber auftritt. In einem ersten Schritt findet eine Differenzialdiagnose statt,

unter anderem eine Abgrenzung zu Gelbfieber, Malaria, Influenza, Typhus, Masern, Röteln und anderen hämorrhagisch bedingten Virusfieberarten. Um die Ursache der Symptome zu klären, wird der Arzt auch allgemeine Untersuchungen durchführen. Dazu gehören die


Messung von Temperatur, des Pulses und des Blutdrucks. Er wird Herz- und Lungengeräusche abhören, die oberflächlichen Lymphknoten abtasten sowie Rachen und Schleimhäute begutachten. Außerdem wird er eine Blutuntersuchung anordnen. Der Arzt wird auch auf Anzeichen der Blutungsneigung achten, zum Beispiel auf Nasenbluten, Zahnfleischbluten und auf kleine Hautveränderungen. Mit dem sogenannten Tourniquet-Test kann kontrolliert werden, ob die Blutgefäße intakt sind, um ein erhöhtes Blutungsrisiko rechtzeitig festzustellen. Nach vier bis fünf Tagen kann das Blut bereits auf gegen das Dengue Fieber gebildete Antikörper untersucht werden, die eine verlässliche Diagnose möglich machen. Sofern das Dengue-Fieber ohne Komplikationen verläuft, unterscheidet sich die Behandlung nicht wesentlich von der einer Grippe. Meistens wird ein fiebersenkendes Mittel verabreicht, wobei die weitere Medikation von den jeweiligen Symptomen abhängig ist. Nur wenn Komplikationen auftreten, ist ein Krankenhausaufenthalt für eine intensivmedizinische Behandlung dringend erforderlich.

So können Sie sich schützen: Risikominimierung durch vorbeugende Maßnahmen

Es gibt einige vorbeugende Maßnahmen, mit denen Sie sich in Vietnam vor Mückenstichen schützen können. Diese sogenannte Expositionsprophylaxe sollten Sie ernst nehmen, denn sie ist als Vorsichtsmaßnahme unumgänglich. Die Aedes-Mücke ist auch tagaktiv, sodass rund um die Uhr eine Gefährdung besteht.

 

  • Schützen Sie deshalb Arme und Beine mit langärmeliger Oberbekleidung und mit langen Hosen. Es ist außerdem sinnvoll, Socken zu tragen.
  • Die freibleibende Haut schützen Sie mit Repellents. Das sind mückenabweisende Sprays oder Emulsionen, die Sie auf die Haut geben. Mückenschutzmittel gibt es mit natürlichen und synthetischen Wirkstoffen. Zu den synthetischen Wirkstoffen gehört DEET, der 1946 von der US-Armee für mückenreiche Gebiete entwickelt wurde und der heute als Goldstandard der Insektenabwehrstoffe gilt. Für einen lang anhaltenden Schutz sorgen Mittel, die den Wirkstoff in einer Konzentration von 30 Prozent enthalten
  • Auch die Kleidung und das beim Schlafen schützende Moskitonetz können mit dem Insektenschutzmittel Permethrin imprägniert werden, das von der deutschen Bundeswehr in Risikogebieten genutzt wird.
  • Das Moskitonetz sollte eine Maschendichte von mindestens einem Quadratmillimeter aufweisen.
  • Nutzen Sie außerdem die Klimaanlage, wenn Sie sich im Zimmer aufhalten, da Stechmücken niedrige Temperaturen meiden.
  • Halten Sie sich außerdem von Wasseransammlungen fern, zum Beispiel con Wasserlachen, Eimer und Regentonnen, die oftmals eine Brutstätte für Stechmücken sind.

 

Aktuell gibt es noch keinen Impfstoff, der wirksam gegen alle vier Stämme des Dengue-Virus schützt. Bislang ist es nur gelungen, einen Impfstoff gegen die Stämme 1, 3 und 4 zu entwickeln, während sich Stamm 2 als hartnäckig erweist. Doch die Forschung ist auf einem guten Weg, diese Schwachstelle zu schließen. Dazu bedarf es noch einer Langzeitbeobachtung im Rahmen einer Langzeitstudie, die zeigen wird, ob der Impfschutz für alle vier Stämme ausreichend lange anhält.

Zur Übersicht: Vietnam Impfungen

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