Das Cholera Risiko in Vietnam

Alles über Cholera und vorbeugende Maßnahmen für die Vietnamreise

Cholera ist eine Infektionskrankheit, die vor allem in Entwicklungsländern ein Problem ist. Grund

sind eine fehlende Trinkwasserhygiene und unzureichende Hygienemaßnahmen. Das gilt vor allem für Regionen in Afrika und in Südostasien, aber auch in Krisengebieten nach Erdbeben oder Überschwemmungen. Auch wenn das deutsche Auswärtige Amt keine ausdrückliche Impfempfehlung für Reisen nach Vietnam ausgibt, sollten Sie sich vor Ihrer Vietnamreise informieren. Wie Cholera übertragen wird und welche schützenden Maßnahmen Sie ergreifen können - mehr dazu hier.

Cholera Risiko im Vietnam Urlaub und Schutzmaßnahmen.
Cholera Risiko im Vietnam Urlaub.

Was ist Cholera - Definition und Übertragungswege

Die Cholera ist eine plötzlich auftretende bakterielle Infektion des Darms, die ausschließlich Menschen befällt und durch schwere Durchfälle zu hohen Flüssigkeitsverlusten führt. Erreger sind sogenannte Vibrio-cholerae-Bakterien. Es sind vor allem zwei Erreger-Gruppen, die Serogruppe O1 und die Serogruppe O139, die die Infektionskrankheit auslösen. Die Infektion erfolgt durch die Aufnahme von unsauberem Wasser oder Lebensmitteln, die direkt oder indirekt mit Fäkalien oder Erbrochenem von infizierten Menschen verunreinigt wurden. Tiere und Insekten sind keine Überträger. Die Inkubationszeit beträgt von wenigen Stunden bis zu fünf Tagen, wobei sich die ersten Symptome meistens nach zwei bis drei Tagen zeigen.

Verbreitung von Cholera und Risikofaktoren in Vietnam

Cholera ist eine weltweit vorkommende Erkrankung. Doch schon geringe Hygienestandards reichen aus, um sie zu unterbinden. Häufig ist sie in Entwicklungsländern aufgrund der unzureichenden Trinkwasserversorgung ein ernst zu nehmendes Problem. Das betrifft weltweit nahezu 800 Millionen Menschen, insbesondere in afrikanischen und südostasiatischen Ländern. Besonders betroffen sind aufgrund der Mangelernährung häufig Kinder, ältere Menschen und solche mit einem schwachen Immunsystem. Tritt die Krankheit in Europa auf, handelt es sich ausschließlich um Reisende nach einem Aufenthalt in einem Verbreitungsgebiet. Zu Erkrankungen kam es nach dem Erdbeben in Haiti 2010, als die hygienische Versorgung zusammengebrochen war. Aktuell kommt es vermehrt im Jemen zu Cholera-Erkrankungen, da in dem Bürgerkriegsland nur eine Minderheit Zugang zu sauberem Wasser hat.

Cholera: Symptome und Krankheitsverlauf

Auch wenn die Magensäure den größten Teil der säureempfindlichen Erreger abtötet, kommt es aufgrund einer großen Anzahl zu einer Erkrankung. Die überlebenden Bakterien durchdringen die Schleimschicht der Darmschleimhaut und setzen sich in den Darmepithelzellen fest. Hier bilden die Bakterien ein Enterotoxin, ein Zellgift, das die Vorgänge hemmt, die den Elektrolythaushalt regeln.Dadurch gehen Chlorid, Kalium und Natrium aus den Zellen in das Innere des Darms verloren, wasgleichermaßen für das Wasser aus den Darmzellen gilt. Dieser extreme Wasser- und Blutsalzverlust, der bis zu zwanzig Liter pro Tag betragen kann, führt zu einem massiven Austrocknen des Körpers. Dadurch kann es zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufzusammenbruch, bedingt durch einen Blutdruckabfall, einen schnellen Puls, eine stark verminderte Urinausscheidung und eine niedrige Körpertemperatur kommen.

 

Während die mildere Verlaufsform der Cholera von einem normalen Reisedurchfall kaum zu unterscheiden ist, hat der Stuhl bei schweren Formen ein farbloses, trübes Aussehen. Er enthält Schleimteilchen, die Ähnlichkeit mit Reiswasser haben, weshalb die schwere Form auch als Reiswasserdurchfälle bezeichnet wird. Die Durchfälle können einen fischartigen Geruch aufweisen und von Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen begleitet werden.

 

Bei schweren Cholera-Durchfällen kommen Austrocknungssymptome hinzu. Das können tiefliegende Augen oder Hautfalten ebenso wie Heiserkeit sein. Im weiteren Verlauf kann es zu starken Muskelkrämpfen in den Waden kommen sowie zu Nierenversagen. Durch den extremen Flüssigkeitsverlust kann das Blut stark eindicken, was einen Verschluss von kleineren Blutgefäßen nach sich ziehen kann. Bei Cholera siderans, einer sehr schweren Form der Cholera, kann es innerhalb von zwei bis drei Stunden nach Einsetzen der Symptome zum Tod kommen.

 

Auch wenn sich keine Symptome zeigen, scheiden infizierte Menschen als sogenannte stumme Überträger noch Wochen bis Monate später die Bakterien mit dem Stuhl aus. Unter schlechten Hygienebedingungen, zum Beispiel durch verunreinigtes Trinkwasser und durch den Verzehr von Meerestieren, kann es immer wieder zu Epidemien kommen.

Verschmutztes Wasser ist oft die Ursache für eine Verbereitung der Cholera.
Verschmutztes Wasser ist oft eine Ursache für Cholera.

Die Diagnose der Cholera

Ein erster, sichtbarer Hinweis auf eine mögliche Cholera-Erkrankung sind schwere, reiswasserartige Durchfälle. Dieser erste Verdacht kann nur durch den Nachweis des Cholera-Erregers gesichert werden. Für eine genaue Diagnose sind eine Untersuchung des Stuhls, ein Enddarmabstrich sowie gegebenenfalls die Untersuchung von Erbrochenem notwendig. Wichtig ist, dass die genommenen Proben während des Transports mit einer bestimmten Lösung feucht gehalten und gekühlt werden müssen, um ein Austrocknen zu verhindern. Für die Untersuchung der Stuhlprobe reicht eine mikroskopische Untersuchung aus, da die massenhaft vorkommenden, kommaförmigen und beweglichen Stäbchenbakterien deutlich unter dem Mikroskop sichtbar sind.

Als Quarantänekrankheit unterliegt Cholera der gesetzlichen Meldepflicht

Sobald es einen ersten Verdacht auf den Ausbruch von Cholera gibt, werden die Patienten in einem speziellen Behandlungszentrum isoliert. Diese Quarantänemaßnahme ist international für Cholera rechtlich vorgeschrieben. Ohnehin sind nach dem Infektionsschutzgesetz der Verdacht auf Cholera, die Cholera-Erkrankung sowie durch Cholera bedingte Todesfälle und der direkte und der indirekte Nachweis des Erregers in Deutschland meldepflichtig. Dies geschieht regelmäßig durch den behandelnden Arzt, der das örtliche Gesundheitsamt informiert, das die Daten an die oberste Landesgesundheitsbehörde sowie an das Robert Koch-Institut mit Sitz in Berlin weiter reicht.

Die Behandlung der Cholera: Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts

Aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlusts ist für die Behandlung der Cholera ein schneller Ausgleich des Wasser- und Mineralstoffverlusts entscheidend. Oftmals reicht es aus, wenn Patienten mineralstoff- und traubenzuckerhaltige Lösungen trinken. In schwereren Fällen muss der Wasser- und Mineralstoffhaushalt durch Infusionen in die Venen ausgeglichen werden. Die zusätzliche Gabe von Antibiotika kann die Bakterien im Darm bekämpfen und abtöten. Medikamente gegen Durchfall sollten nicht verabreicht oder eingenommen werden, da sie die Darmtätigkeit hemmen können. Das kann dazu führen, dass die Bakterien im Darm verbleiben und sich vermehren, anstatt ausgeschieden zu werden.

Vorbeugende Maßnahmen als Schutz vor Cholera

Cholera können Sie am besten dadurch vorbeugen, dass Sie sich in gefährdeten Gebieten an bestimmte Verhaltensregeln handeln und mögliche Infektionsquellen meiden:

 

  • Meiden Sie unbehandeltes Wasser. Das bedeutet, dass Sie kein unbehandeltes Wasser aus Wasserleitungen oder Brunnen trinken sollten, was gleichermaßen für das Zähneputzen gilt. Auch hier sollten Sie sauberes, keimfreies Wasser verwenden.
  • Verzichten Sie auf die Kühlung von Getränken durch Eiswürfel, wenn der Ursprung des dafür verwendeten Wassers unklar ist.
  • Verzichten Sie auf den Verzehr von Meeresfrüchten, insbesondere von Muscheln, da sie Cholera-Erreger enthalten könnten.
  • Nehmen Sie Obst und Gemüse nur gekocht zu sich oder schälen Sie es vor dem Verzehr.
  • Vermeiden Sie ungekochte Nahrungsmittel, zum Beispiel Milchprodukte wie Eis.
  • Achten Sie bei Fleisch und Fisch darauf, dass die Lebensmittel ausreichend lang gekocht oder gebraten sind.
  • Verzichten Sie in von Cholera gefährdeten Regionen darauf, in Flüssen, Lagunen oder Schwimmbädern zu baden.
  • Achten Sie auf eine sorgfältige Hygiene und waschen Sie sich regelmäßig die Hände.

 

Achten Sie deshalb auf Ihrer Vietnamreise immer darauf, einen ausreichenden Vorrat an in Flaschen abgefülltes Wasser bei sich zu haben, das sicheren Ursprungs ist.

Risikominimierung durch die Cholera-Impfung

Für Personen, die einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, an Cholera zu erkranken, steht eine Schutzimpfung mit abgetöteten, inaktivierten Cholera-Bakterien zur Verfügung. Erhöht ist das Risiko, wenn Sie sich längere Zeit in Infektionsgebieten mit mangelhaften hygienischen Bedingungen aufhalten. Das gilt insbesondere für Ärzte, Flüchtlingshelfer, Pflegepersonal und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks, während das deutsche Auswärtige Amt für 


Vietnam-Reisende wird auf seinen Webseiten keine ausdrückliche Empfehlung für eine Cholera-Impfung ausspricht. Es handelt sich um eine Schluckimpfung, die lediglich vor der Serogruppe 01 schützt und die nach zwei Jahren einer Auffrischung bedarf.

Zur Übersicht: Vietnam Impfungen

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