Hue

Die alte Kaiserstadt im Herzen von Vietnam

Die alte Kaiserstadt Hue befindet sich in Zentral-Vietnam auf halbem Weg zwischen der heutigen Hauptstadt Hanoi und Ho Chi Minh Stadt. In der Zeit der Nguyen-Dynastie und während der französischen Besatzungszeit war sie die Hauptstadt des früheren Kaiserreiches, bis sie 1945 von Hanoi abgelöst wurde. Die Zitadelle, die verbotene Purpur-Stadt und weitere Sehenswürdigkeiten lassen den Glanz dieser Epoche und das prachtvolle Erscheinungsbild der ehemaligen Kaiserstadt erahnen. Kommen Sie mit auf eine Reise durch Hue.

Die alte Kaiserstadt Hue war bis ins Jahr 1946 die Hauptstadt von Südvietnam
Die alte Kaiserstadt Hue

Geografische Lage und Anreise nach Hue

Die in Zentralvietnam gelegene Stadt Hue befindet sich am Huong-Fluss, der auch Parfüm-Fluss genannt wird und eine Breite von 200 bis 300 Meter aufweist. Die Stadt ist rund 10 Kilometer von der Mündung des Parfüm-Flusses in das südchinesische Meer entfernt. Im Südwesten von Hue befindet sich der Nationalpark Bach Ma, dessen Berge bis auf 1.500 Meter ansteigen. Rund 100 Kilometer in südlicher Richtung liegt die Großstadt Da Nang. Dazwischen befindet sich ein Gebirgszug, der sogenannte Wolkenpass, bei dem es sich um eine Wetterscheide handelt.

Dank seiner zentralen Lage ist Hue aus allen Richtungen Vietnams erreichbar. So ist die Stadt an ein Fernbusnetz angeschlossen, über das die Stadt mit zahlreichen anderen Städten im ganzen Land verbunden ist. Selbst bis nach Laos bestehen regelmäßige Verbindungen. Außerdem gibt es Bahnlinien, die Hue mit Da Nang und Ho Chi Minh Stadt im Süden sowie mit der Hauptstadt Hanoi im Norden verbindet. Von dem nur 15 Kilometer von Hue entfernten Flughafen Phu Bai werden vorwiegend Zielflughäfen in Vietnam angeflogen, unter anderem Hanoi und Ho Chi Minh Stadt, sowie einige wenige internationale Ziel wie Laos und Kambodscha. Vom Flughafen aus ist die Innenstadt von Hue mit einem Bus oder mit dem Taxi erreichbar.

Hue ist zentral gelegen und von allen Richtungen gut zu erreichen. Daher eignet sich diese Stadt gut als Baustein auf Vietnam Rundreisen.
Hue ist zentral gelegen und von allen Richtungen gut zu erreichen

Die alte Kaiserstadt Hue ist die ehemalige Hauptstadt Südvietnams

Die alte Kaiserstadt Hue, was übersetzt "Harmonie" bedeutet, befindet sich in einem abgeschlossenen Bereich innerhalb der Zitadelle und ist durch Mauern in mehrere Bereiche unterteilt. Im Zentrum befindet sich die verbotene Purpur-Stadt, die nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt in Peking erbaut wurde. Sie ist allerdings bedeutend kleiner als das berühmte Vorbild in China. In der Zeit der Nguyen-Dynastie von 1802 bis 1945 war Hue die Hauptstadt von Südvietnam. Doch die Unabhängigkeit des Kaiserhauses endete bereits zu einem früheren Zeitpunkt, nämlich 1885 mit der Kolonialsierung durch Frankreich. Aus dieser Zeit der Nguyen-Dynastie stammt der 1803 erbaute Thai-Hoa-Palast, der bis heute erhalten ist. Damals wurden im Palast offizielle Empfänge des Kaisers und wichtige Zeremonien abgehalten.

 

Es war Ho Chi Minh, der die Unabhängigkeit von Frankreich erklärte und am 2. September 1945 die Demokratische Republik Vietnam ausrief. Am 6. Januar 1946 beschloss die vietnamesische Nationalversammlung, Hanoi zur Hauptstadt der Demokratische Republik Vietnam zu ernennen. Heute sind von der verbotenen Purpur-Stadt und vielen anderen Gebäuden der alten Kaiserstadt nur noch Ruinen zu sehen. Grund sind schwere Kämpfe in Hue, die 1947 im Krieg gegen die Franzosen und im Vietnam-Krieg, insbesondere während der Tet-Offensive hier wüteten und die alte Kaiserstadt weitgehend zerstörten. Die Tet-Offensive hatte als Überraschungsangriff am Vorabend des vietnamesischen Neujahrsfestes, am 31. Januar 1968 begonnen und endete in einem rücksichtslosen Bombardement südvietnamesischer Anhänger und der Armee. Im Jahr 1993 wurde die alte Kaiserstadt Hue zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Seitdem gibt es immer wieder Projekte, in denen die Restaurierung und der Wiederaufbau der verbotenen Purpur-Stadt vorangebracht werden, sodass viele Gebäude wiederhergestellt werden konnte und ein absoluter Publikumsmagnet ist.

Die Geschichte der alten Kaiserstadt Hue

Hue gehört bereits seit 1306 zum vietnamesischen Herrschaftsgebiet, doch erst im Jahr 1636 gewinnt es an Bedeutung. Damals ließ sich das Adelsgeschlecht der Nguyen hier nieder und begann, das südliche Vietnam zu beherrschen. Diese erste Blütezeit wurde durch den Tay Son-Aufstand beendet. Im Zuge der Revolte wurde die Kaiserstadt Hue erst von der nördlichen Trinh-Dynastie und später von den Tay Son-Rebellen besetzt. Es waren die Tay Son-Rebellen, die den Clan der Nguyen bis auf einen einzigen Überlebenden vollständig ausrotteten. Nur einer konnte sich nach Siam retten. Es war Nguyen Phuc An, der sich nicht kampflos geschlagen gab. Stattdessen setzte er alles daran, das verlorene Land zielstrebig zurückzuerobern, was ihm auch gelang. Im Jahr 1802 ließ sich Nguyen Phuc An in der Stadt seiner Väter zum Kaiser ausrufen beziehungsweise zum Hoang De, was mit "erhabene Gottheit" übersetzt wird. Seiner Regentschaft gab er den Namen Gia Long. Gia Long ist eine Kombination aus Gia Dinh - heute Ho Chi Minh-Stadt - und Thang Long - heute Hanoi, die die Einheit des Landes symbolisierte.

 

Es folgte ein steiler Aufstieg der Stadt Hue, die zu einem politischen, kulturellen und religiösen Zentrum des Landes wurde. Es waren Gia Long und seine Nachfolger, die die dreifach ummauerte Zitadelle nach chinesischem Vorbild erbauen ließen, was gleichermaßen für die Verwaltung galt. Während sich die Minister und Beamte um Staatsangelegenheiten kümmerten und im äußeren Bereich der Zitadelle wohnten, lebte der Herrscher mit seiner Familie und zahlreichen Konkubinen in der noch einmal ummauerten Palastanlage. In deren Zentrum befand sich die purpurne verbotene Stadt, zu der nur der Kaiser sowie seine engsten Vertrauten Zutritt hatten. Mit Beginn der französischen Kolonialzeit ging der Glanz der Nguyen-Dynastie ein wenig verloren, als der Herrscher zu einer Marionette der französischen Besatzer wurde. Ein weiterer Tiefpunkt war das Jahr 1968, als nordvietnamesische Truppen 3.000 Bewohner ermordeten, denen Kollaboration mit südvietnamesischen Truppen vorgeworfen wurde. Nahtlos gingen die Auseinandersetzungen in wochenlange Kämpfe mit amerikanischen Truppen über. Der alte Kaiserpalast konnte nur deshalb vor seiner völligen Zerstörung bewahrt werden, weil sich der Vietcong zurückzog. Der Vietcong war in den Jahren von 1960 bis 1977 die nationale Front für die Befreiung Südvietnams und eine Guerillaorganisation, die bewaffneten Widerstand gegen die Regierung und das die Regierung unterstützende amerikanische Militär leistete und von den Kommunisten dominiert wurde. Erst ab dem Jahr 1975 wurde es allmählich ruhiger. Doch die neuen politischen Führer vertraten eine ablehnende Haltung gegenüber der feudalen kaiserlichen Vergangenheit mit der Folge, dass sich niemand mehr um die alte Kaiserstadt Hue kümmerte, sodass die Gemäuer zusehends zerfielen. Erst als die Baudenkmäler der Kaiserzeit auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes gesetzt werden, wurde die alte Kaiserstadt Hue neu entdeckt und seitdem fortlaufend weiter aufgebaut und restauriert.

Eine Entdeckungsreise durch die alte Kaiserstadt Hue

Ausgangspunkt der Entdeckungstour ist regelmäßig die Zitadelle Kinh Than, die die Kaiserstadt und die verbotene Purpur-Stadt mit ihren gewaltigen Mauern umrahmt. Allein die Lage ist einmalig, denn sie wird im Norden von Bergen geschützt, während sie in südlicher Richtung von den Strahlen der Mittagssonne erleuchtet wird.

 

  • Die Zitadelle: Das Gebiet der Zitadelle befindet sich am nördlichen Ufer des Parfümflusses. Die kaiserliche Befestigungsanlage stammt aus der Zeit der Nguyen-Dynastie, die in der Zeit zwischen 1802 und 1945 die vietnamesischen Kaiser hervorbrachte. Sie hat einen quadratischen Grundriss und wird von einer 11,2 Kilometer langen und über 6 Meter hohen Schutzmauer und einem umliegenden vier Meter tiefen Wassergraben umgeben, der auf die Initiative von Gia Lang zurückgeht und ein weiterer Schutz gegen Feinde war. Die Zitadelle wurde als eine Einheit erbaut, hinter deren Mauern sich auch die alte Kaiserstadt Hue und die verbotene Purpur-Stadt befanden. Die Zitadelle ist ein sehr weitläufiger Komplex, auf dem sich imposant farblich gestaltete Tore sowie große Wachtürme befinden ebenso wie farbenfrohe Pavillons und zahlreiche Grünflächen.
  • Kaiserstadt und die verbotene Purpur-Stadt: Die Kaiserstadt ist ein separater Bezirk, der über das Mittagstor (Ngo Mon-Tor) als Haupteingang erreicht werden kann, wo sich auch der Ticketschalter befindet. Das Mittagstor ist das schönste von vier Eingangstoren in die Kaiserstadt, das 1833 von Minh Mang erbaut wurde. Es ist eine historisch bedeutsame Stelle, denn hier endete 1945 die Regentschaft der Nguyen-Dynastie. Den Schlusspunkt setzte der letzte Kaiser Bao Dai, als er seine Insignien an Ho Chi Minh übergab. Auf dem in der Form eines U erbauten Tors befindet sich ein hübscher zweistöckiger Pavillon. Es ist der Pavillon der fünf Phönixe, auch Ngu Phung genannt, der über eine Treppe erreicht werden kann. Von hier oben sind der Hof des großen Empfangs und die Halle der höchsten Harmonie (Dien Thai Hoa) zu sehen, in der mit viel Pomp und nach einem Ritual offizielle Zeremonien stattfanden. Auch Dien Thai Hoa stammt ebenso wie das Mittagstor aus dem Jahr 1833. Im Gegensatz zu den sonst typischen geschwungenen Walmdächern hat die Halle zwei gestaffelte Satteldächer, ein sogenanntes Paralleldach, das Taifunen weniger Angriffsfläche bietet. Auf dem First wachen Drachen. Sie sind ein Symbol der kaiserlichen Macht. Die Halle der höchsten Harmonie grenzt an die verbotene Stadt (Tu Cam Tanh), deren Name aus der chinesischen Astrologie stammt, wonach der Polarstern in einem purpurnen Bereich steht. Diese Metapher verdeutlicht die Position des Kaisers als Herrscher des Himmels auf Erden 
Auf Entdeckungstour in  der alten von Mauern umgebenen Zitadelle von Hue
Auf Entdeckungstour in Hue

Während der südliche Bereich offiziellen Anlässen vorbehalten war, lagen im nördlichen Teil die Frauengemächer. Einige der rund 40 und weitgehend zerstörten Gebäude im Bereich des alten Kaiserpalastes wurden rekonstruiert und wieder aufgebaut. Erhalten geblieben sind das linke und das rechte Haus, die ranghohen Mandarinen zum Umkleiden vorbehalten waren. Auch das im Jahr 1826 errichtete kaiserliche Theater wurde komplett wiederhergestellt, sodass wieder Aufführungen stattfinden. Im Osten der alten Kaiserstadt Hue befinden sich der Thai Tempel und der Trieu Tempel, der zu Ehren der Vorfahren von Gia Long erbaut wurde. Im westlichen Teil liegen der Pavillon der glorreichen Ankunft sowie in einem ersten Hof neun dynastische Urnen, die die Namen einstiger Nguyen-Herrscher tragen. Im Hung-Tempel wurden die Eltern des Gründers der Nguyen-Dynastie verehrt. In einem zweiten Hof erinnern nur noch wenige Überbleibsel an den einstigen Phung Tien-Tempel, während in einem dritten und vierten Hof die Mutter und Großmutter im Palast der Ewigkeit und im Palast des langen Lebens verehrt wurden.

 

Die alte Kaiserstadt Hue kann von Montag bis Samstag jeweils von 7.30 Uhr bis 17.30 Uhr und an Sonntagen von 6.30 bis 17.30 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt beträgt pro Person 150.000 Dong.

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